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Ausbildungskonzeption zum Umgang mit Heterogenität: Jedes Kind im Blick – Lernvoraussetzungen erfassen –                         Lernchancen bieten

Das Ausbildungskonzept "Umgang mit Heterogenität – Diagnose und Förderung" ist der Arbeitsschwerpunkt am Seminar Bad Mergentheim.

Zielsetzung

Ein zentrales Anliegen der Ausbildung ist es, den Lehramtsanwärtern eine Grundlage für die Entwicklung von Sicherheit und Souveränität in der Arbeit mit heterogenen Lerngruppen zu bieten.
Schwerpunkte dieses Professionalisierungsprozesses der Lehramtsanwärter sind die Sensibilisierung für individuelle Lernprozesse der Schüler sowie die Entwicklung der Fähigkeit, Lern- und Entwicklungspotentiale zu erfassen und adäquate Lernangebote zu schaffen. Damit einher geht die Gestaltung einer neuen Lehr- und Lernkultur.

Im Bereich "Diagnose und Förderung" zu erwerbende Qualifikationen

Über welche Kompetenzen Lehramtsanwärter am Ende ihrer Ausbildung verfügen müssen, darüber gibt innerhalb der Ausbildungsstandards Pädagogik der Standard "Begleiten, Beraten, Beurteilen" Auskunft, auf den an dieser Stelle verwiesen wird.

Möglichst enge Verzahnung von Theorie und Praxis und Vernetzung verschiedener Ausbildungsbereiche

Der Bereich "Umgang mit Heterogenität – Diagnose und Förderung" ist als durchgängiges Prinzip der gesamten zweiten Ausbildungsphase zu verstehen. Dabei ergänzen sich verschiedene Fachbereiche und Seminarbausteine wechselseitig.

Aufeinander bezogene und zeitlich abgestimmte Praxis- und Erfahrungsfelder, die sich durch die gesamte Ausbildung ziehen und in den Seminarveranstaltungen reflektiert werden, bilden die Säulen des Ausbildungskonzeptes.

  1. DURCHFÜHRUNG EINER SCHULEINGANGSDIAGNOSTIK

    Die Lehramtsanwärter führen in Grundschulförderklassen bzw. Kindergärten eine Schuleingangsdiagnostik durch. Die Praktische Durchführung des Instrumentariums der Diagnostischen Einschätzskalen (K. Barth) als Beispiel für eine mögliche Schuleingangsdiagnostik sowie das sich daran anschließende Gespräch mit dem jeweiligen Klassenlehrer bzw. dem jeweiligen Erzieher über die Diagnoseergebnisse und geeignete Fördermöglichkeiten verdeutlichen den Lehramtsanwärtern die Bedeutung einer gezielten Diagnostik, um notwendige Präventionsmaßnahmen für einzelne Kinder einzuleiten.

  2. ERPROBUNG DIAGNOSTISCHER INSTRUMENTE IN KLASSE 1 IN DEN FÄCHERN DEUTSCH UND MATHEMATIK

    Lehramtsanwärter, die nicht das Fach Deutsch studiert haben, erwerben grundlegende Kenntnisse im Bereich Schriftspracherwerb und über Möglichkeiten zur Feststellung des Wissens- und Könnensstandes eines Kindes.
    Lehramtsanwärter, die nicht das Fach Mathematik studiert haben, erwerben grundlegende Kenntnisse im Bereich Erwerb mathematischer Kompetenzen und über mögliche diagnostische Vorgehensweisen.
    Die Lehramtsanwärter erheben mit Hilfe der diagnostischen Instrumente den Wissens- und Könnensstand einer ersten Klasse.

  3. AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN DENKWEISEN VON KINDERN; UM DIESE IN IHREM LERNEN UNTERSTÜTZEN ZU KÖNNEN

    Sowohl in ihren studierten Fächern als auch im Bereich Pädagogik lernen die Lehramtsanwärterunterschiedliche diagnostische Instrumente und deren theoretische Hintergründe kennen. Sie wählen für einzelne Kinder geeignete Instrumente aus und wenden diese an, um deren Denkwege, Vorstellungen und Bedürfnisse zu verstehen.
    Möglichkeiten und Maßnahmen, die das Lernen der Kinder unterstützen, werden ebenfalls in den Seminarveranstaltungen thematisiert. Die Lehramtsanwärter wählen ihren Diagnoseergebnissen entsprechen gezielte Maßnahmen aus, integrieren diese in die Gestaltung ihres Unterrichts und führen sie über einen bestimmten Zeitraum konsequent durch.

  4. ERHEBUNG DES WISSENS- UND KÖNNENSSTANDES DER SCHÜLER EINER KLASSE

    Im selbstständigen Unterricht zu Beginn des Schuljahres analysieren die Lehramtsanwärter in ihren jeweiligen Fächern den Wissens- und Könnensstand ihrer Schüler.
    Die Fachdidaktiken bieten dazu Handlungsschritte, konkrete Materialien und unterrichtsorganisatorische Hinweise an.
    Zielsetzung dieses Praxisfeldes ist es, deutlich zu machen, dass die Analyse des Wissens- und Könnensstandes einer Klasse eine notwendige Voraussetzung für die alltägliche Unterrichtsplanung darstellt.

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